Dienstag, November 14, 2006

Der Notausgang ist oben rechts!

... wenn für einen Augenblich die Zeit zu ruhen scheint, das Licht am Himmel nicht giftiggelb sonden warmblau meinen Blick auf sich zieht, wenn der laute Puls der Stadt nichts mehr ist als ein leises, verwischtes Tropfen auf den Trommelfellen, wenn hinter den geschlossenen Lidern die Bilder langsamer werden um schließlich ruhig stehen zu bleiben - bei einem, das mir Ruhe gibt.
... wenn die Gedanken wieder Nebensätze tragen, die Lücken zwischen den Worten Platz zum Atmen lassen und schließlich die Worte zwischen den Lücken an Bedeutung gewinnen. Wenn die Rede anderer nicht nur in mein Ohr sondern auch der Klang ihrer Stimme in mein Herz gelangt.
... wenn die Menschen, die mir entgegen kommen nicht nur Körper sind und sich mir ihre Gesichter offenbaren, wenn ich ihre Augen suchen und für einen Wimpernschlag nur in sie blicken darf. Wenn ich nicht nur Hast und Unruhe sondern auch ein kurzes Lächeln eine heimliche doch ruhige Freude sehen kann.
... wenn der graue Himmel nicht bloß grau ist, der Regen nicht nur nass und der Wind nicht einfach kalt. Wenn die Wolken eine Halle bilden, sie über mir Spazieren gehen und mit feinen Tropfen nach mir werfen. Wenn der Regen wie ein schneller Pinselwisch sein Muster zwischen alle Häuser malt, die Pfützen tausend Spiegel unserer Blicke werden und der Wind ganz übermütig dazu singt.
... wenn Besinnung zwar lange vor Besinnlichkeit, doch wenigstens mal zu mir kommt. Dann krieche ich ein kleines bisschen aus meinem Kopf hervor und sehe:
Überall zwischen uns - ohne dass wir es sehen! Ganz unbemerkt liegt für jeden eine kleine tägliche Hand voll
Frieden.

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